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Hochkontrastmodus und Barrierefreiheit: So unterstützten Designsysteme die Markenkommunikation

Starke Kontraste für eine inklusive User-Experience

Barrierefreiheit ist längst mehr als ein technisches Feature oder eine lästige Pflicht. Sie ist Ausdruck einer modernen, inklusiven Markenhaltung. Doch barrierefreies Design beschränkt sich nicht nur auf große Schrift oder Screenreader-Funktionalität.

Eine Website, die wirklich barrierefrei ist, setzt auf klare Strukturen, verständliche Inhalte und eine intuitive Navigation. Nutzerinnen und Nutzer sollen Informationen schnell erfassen und Aktionen zuverlässig durchführen können – unabhängig von Situation, Endgerät oder individuellen Einschränkungen. Besonders seit das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland viele digitale Angebote stärker in die Pflicht nimmt, rückt das Thema Barrierefreiheit endgültig in den strategischen Fokus von Unternehmen.

Barrierefreies Webdesign als Grundlage

Barrierefreies Webdesign beginnt mit fundamentalen Prinzipien: semantische Überschriften, gut lesbare Typografie und eine klare Informationshierarchie bilden die Basis. Ein zentraler Baustein sind dabei die Kontrastverhältnisse, da sie entscheiden, ob Inhalte überhaupt wahrgenommen werden. Gemäß den WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) gelten hier klare Mindestwerte:

  • 4,5:1 für Standardtexte.
  • 3:1 für große Schriften und grafische Bedienelemente.

Der Hochkontrastmodus (High Contrast Mode) erweitert diese Grundprinzipien. Er bietet zusätzlichen Halt für Menschen mit stark eingeschränktem Sehvermögen, Lichtempfindlichkeit oder schneller visueller Ermüdung. Er stellt Inhalte in besonders klaren Varianten dar, die auch unter schwierigen Lichtbedingungen verlässlich erkennbar bleiben.

Warum der Hochkontrastmodus mehr als eine Option ist

Ein guter Hochkontrastmodus steigert die User Experience (UX) für alle. Denken Sie an die Nutzung des Smartphones bei direkter Sonneneinstrahlung oder die Arbeit an einem schlecht eingestellten Monitor.

Wichtig: Ein Hochkontrastmodus bedeutet nicht automatisch den „Schwarz-Weiß-Panda-Look“. Es geht nicht darum, Design zu eliminieren, sondern Unterschiede zu schärfen: Text gegen Fläche, Fokus-Zustände gegen Hintergrund, aktive gegen inaktive Elemente.

Für das Marketing und Produktverantwortliche bietet dies handfeste Vorteile:

  • Sichtbares Qualitätsmerkmal: In B2B-Pitches und Ausschreibungen beweist ein inklusives Interface technologische Reife.
  • Zukunftssicherheit: Erfüllung gesetzlicher Anforderungen (BFSG) und SEO-Vorteile durch saubere Struktur.
  • Größere Zielgruppe: Weniger Reibungsverluste im Support und eine höhere Nutzungsquote durch verbesserte Lesbarkeit.

Umsetzung in Figma: Designsysteme und Design Tokens

Die effizienteste Umsetzung gelingt über ein Designsystem, das Barrierefreiheit von Anfang an mitdenkt. Im Designtool Figma lassen sich dafür Variablen und Design Tokens nutzen – also zentral gepflegte Werte für Farben, Abstände und Zustände.

Statt jeden Screen mühsam einzeln umzubauen, entsteht ein zweites, konsistentes Farbsystem, das auf den bestehenden Komponenten basiert. Buttons, Icons und Formulare werden nicht doppelt designt, sondern mit semantischen Rollen beschrieben (z. B. action-primary-bg oder text-high-contrast).

Der technische Vorteil: Über CSS Custom Properties lässt sich der Modus sauber aussteuern. Dabei können Betriebssystem-Präferenzen automatisch berücksichtigt werden:

  • prefers-contrast: Reagiert auf den Nutzerwunsch nach mehr Kontrast.

forced-colors: Unterstützt systemseitige Modi (z. B. Windows High Contrast Mode).

Corporate Design und Inklusion im Einklang

Ein strukturiertes Designsystem sorgt dafür, dass die Brand Identity auch im Hochkontrastmodus gewahrt bleibt. Markenidentität funktioniert schließlich über mehr als nur die Primärfarbe. Wenn Typografie, Layout-Prinzipien, Bildsprache und Tonalität (Microcopy) sauber definiert sind, bleibt die Marke auch bei reduzierter Farbpalette sofort erkennbar.

Wer Inklusion proaktiv anbietet, stärkt das Vertrauen in die Marke und positioniert sich als verantwortungsvoller Marktteilnehmer. Besonders für interne Tools im Vertrieb oder Service ist Hochkontrast zudem ein Produktivitätsfaktor: Weniger visuelle Anstrengung bedeutet höheres Arbeitstempo und eine geringere Fehlerquote.

 

Fazit: Inklusive Gestaltung als Markenkompetenz

Der Hochkontrastmodus ist kein technisches Extra, er ist Ausdruck einer Haltung. Marken, die Barrierefreiheit ernst nehmen, gestalten mit Weitblick. Ein professionelles Designsystem in Figma ermöglicht es, diesen Anspruch effizient und konsistent umzusetzen.

Wer digitale Markenführung ganzheitlich denkt, integriert Barrierefreiheit nicht am Ende des Prozesses, sondern direkt am Anfang – dort, wo Designsysteme entstehen und die Markenidentität geformt wird.

Datum: 27.01.2026